Auftakt
Phase 0 · kostenlosDein Ausgangspunkt. Bevor du losschreibst, klären wir, warum, wohin und in welchem Tempo.
Warum dieses Buch?
Bevor du auch nur eine Zeile schreibst, lohnt sich die wichtigste Frage von allen, nämlich warum du dieses Buch überhaupt schreiben willst.
Das klingt fast zu einfach, doch dein Warum ist der Motor, der dich durch die langen Monate trägt, in denen niemand applaudiert und die fertige Rohfassung noch weit entfernt scheint. Wer nur schreibt, weil man so etwas irgendwann mal machen sollte, verliert unterwegs schnell die Lust. Wer dagegen weiß, warum ihm dieses eine Buch wirklich am Herzen liegt, findet auch an zähen Tagen wieder zurück an den Schreibtisch.
Es gibt viele gute Gründe, ein Buch zu schreiben, und keiner davon ist besser als der andere. Vielleicht trägst du eine Geschichte in dir, die endlich heraus möchte. Vielleicht willst du dein Wissen weitergeben und anderen einen Weg ersparen, den du selbst mühsam gegangen bist. Vielleicht ist es ein Vermächtnis, etwas, das bleibt, wenn du es einmal aus der Hand gibst. Wichtig ist nur, dass dein Grund wirklich deiner ist und nicht der, von dem du glaubst, dass andere ihn gut finden könnten.
Dein Warum darf ruhig groß und ehrlich sein. Schreib es dir auf und leg es an einen Ort, an dem du es immer wieder siehst, denn genau an dieses Warum wirst du dich später erinnern, wenn das Schreiben einmal schwerfällt.
Schreib dein Warum in ein oder zwei Sätzen auf, so ehrlich, dass es sich fast ein bisschen verletzlich anfühlt. Genau das ist meistens das echte Warum.
- Warum willst du dieses Buch schreiben, und warum gerade jetzt?
- Was würde dir fehlen, wenn du es nie schreibst?
- Für wen schreibst du es in erster Linie, für andere oder für dich?
Welcher Autor-Typ bist du?
Es gibt nicht den einen richtigen Weg, ein Buch zu schreiben, es gibt nur den, der zu dir passt.
Manche Menschen planen erst alles bis ins Detail, bauen eine Struktur und kennen das Ende, bevor sie den Anfang schreiben. Andere setzen sich einfach hin und entdecken ihre Geschichte beim Schreiben, Satz für Satz, ohne genau zu wissen, wohin die Reise geht. Beides funktioniert wunderbar, und die meisten liegen ohnehin irgendwo dazwischen. Der einzige Fehler wäre, dich zu einem Typ zu zwingen, der du gar nicht bist.
Genauso wichtig wie das Wie ist das Wann und Wo. Manche schreiben früh am Morgen, wenn der Kopf noch frei ist, andere blühen erst spät am Abend auf. Manche brauchen absolute Stille, andere fühlen sich in einem Café mit leisem Grundrauschen am wohlsten. Wenn du weißt, wann deine Energie am größten ist und wo du dich am wohlsten fühlst, machst du es dir sehr viel leichter, wirklich dranzubleiben.
Und dann ist da noch die ehrliche Frage nach der Zeit. Ein Buch entsteht nicht an einem Wochenende, sondern über viele Wochen und Monate. Es hilft, von Anfang an realistisch hinzuschauen, wie viel Zeit du wirklich hast, denn eine feste halbe Stunde am Tag, die du auch einhältst, bringt dich weiter als der große Vorsatz, der nach zwei Wochen wieder zerbricht.
Beobachte dich in dieser Woche einmal ganz nebenbei, zu welcher Tageszeit dir Gedanken am leichtesten kommen. Genau diese Zeit reservierst du dir später fürs Schreiben.
Wenn du magst, hilft dir die kleine Autor-Typ Selbsteinschätzung in deiner Schreibwelt, deinen Typ noch klarer zu sehen.
- Brauchst du einen Plan, der dir Halt gibt, oder nimmt dir ein Plan eher die Lust am Entdecken?
- Wann und wo fühlst du dich beim Schreiben am wohlsten?
- Wie viel Zeit in der Woche kannst du ehrlich und dauerhaft fürs Schreiben freihalten?
Was willst du erreichen?
Ein Buch kann sehr Verschiedenes sein, und was du dir davon erhoffst, entscheidet später über fast jeden Schritt.
Ein Herzensbuch, das vor allem für dich selbst existieren darf, stellt andere Ansprüche als ein Buch, das sich gut verkaufen soll, und ein Fachbuch, das dich als Expertin sichtbar macht, geht wieder seinen ganz eigenen Weg. Deshalb lohnt es sich, jetzt in aller Ruhe zu klären, was für dich überhaupt ein Erfolg wäre.
Für die einen ist es schon ein riesiger Erfolg, das Buch überhaupt fertig in den Händen zu halten, ganz unabhängig davon, wie oft es sich später verkauft. Für die anderen zählt die Reichweite und das Gefühl, viele Menschen zu berühren. Und wieder andere möchten mit ihrem Buch Geld verdienen oder sich beruflich ein Fundament schaffen. All das ist erlaubt, und es ist völlig in Ordnung, wenn für dich mehrere Dinge gleichzeitig stimmen sollen.
Der einzige Fehler wäre, dir selbst etwas vorzumachen. Wer heimlich auf gute Verkaufszahlen hofft, sich das aber nicht eingesteht, wird enttäuscht sein, obwohl das Buch vielleicht wunderschön geworden ist. Wenn du dein Ziel dagegen kennst, kannst du später ganz gelassen entscheiden, wie viel Aufwand du in Gestaltung, Veröffentlichung und Vermarktung stecken willst.
Stell dir vor, dein Buch ist fertig und liegt vor dir. Woran genau würdest du merken, dass sich die ganze Mühe gelohnt hat? Diese Antwort ist dein eigentliches Ziel.
- Was wäre für dich ein gelungenes Ergebnis, ganz unabhängig von den Erwartungen anderer?
- Muss dein Buch sich verkaufen, oder reicht es dir, dass es existiert und gelesen wird?
- Was ist dir am wichtigsten, das Fertigwerden, die Qualität, die Reichweite oder das Einkommen?
Der ganze Weg im Überblick
Bevor du losgehst, ist es gut, einmal die ganze Landkarte zu sehen.
Dein Weg zum Buch besteht aus zehn Phasen, vom ersten Gedanken bis weit über die Veröffentlichung hinaus. Das Besondere daran ist, dass diese Phasen nicht stur nacheinander laufen. Du kannst mitten im Schreiben stecken und dich trotzdem schon mit deinem Veröffentlichungsweg beschäftigen oder ganz in Ruhe deine Sichtbarkeit aufbauen, genauso, wie es zu deinem Leben passt.
Du bestimmst das Tempo, und du bestimmst auch, was für dich Pflicht ist und was nicht. Der Kurs begleitet dich über mindestens ein Jahr, und niemand drängt dich, schneller zu sein, als dir guttut. An vielen Stellen findest du kleine Impulse zum Ausprobieren und Fragen zum Nachdenken, denn nicht alles passt für jeden, und deine eigenen Antworten sind wichtiger als jede allgemeine Regel.
- 0Auftakt. Dein Ausgangspunkt, hier bist du gerade.
- 1Fundament & Konzept. Wovon dein Buch handelt.
- 2Schreiben. Deine Rohfassung entsteht.
- 3Überarbeiten & Feinschliff. Aus Rohfassung wird Buch.
- 4Gestalten. Wie dein Buch aussieht und sich anfühlt.
- 5Dein Veröffentlichungsweg. Wie dein Buch in die Welt kommt.
- 6Recht, Pflichten & Formalia. Was du rechtlich brauchst.
- 7Preis & Vertrieb. Womit du Geld verdienst.
- 8Sichtbarkeit & Marketing. Damit dein Buch gefunden wird.
- 9Weiterwachsen. Nach der Veröffentlichung.
Damit dein Nachdenken nicht verloren geht, sammelt sich vieles davon an einem Ort, den du später immer wieder aufschlagen kannst. So wächst mit der Zeit nicht nur dein Buch, sondern auch dein ganz eigener Weg dorthin, schwarz auf weiß.
Überflieg einmal in Ruhe die Namen aller zehn Phasen und spür nach, welche dich sofort anzieht und bei welcher sich dein Magen ein wenig zusammenzieht. Beides sagt dir etwas.
- Wo stehst du gerade wirklich, ganz am Anfang oder schon mittendrin?
- Welche Phase reizt dich am meisten?
- Vor welcher Phase hast du am meisten Respekt, und was steckt dahinter?
Dein persönlicher Fahrplan
Zum Abschluss dieser ersten Phase wird es ganz praktisch, denn ein Ziel ohne Zeitpunkt bleibt oft ein frommer Wunsch.
Deshalb lade ich dich ein, dir einen ehrlichen Termin zu setzen, bis wann du dein Buch in den Händen halten möchtest. Dieser Termin muss nicht in Stein gemeißelt sein, doch er gibt dir eine Richtung und macht aus dem Traum ein Vorhaben, auf das du zugehst.
Ein ganzes Buch auf einmal wirkt riesig, deshalb hilft es sehr, den Weg in ein paar grobe Etappen zu teilen. Vielleicht möchtest du in einem halben Jahr die Rohfassung stehen haben, ein paar Monate später die Überarbeitung abschließen und danach die Veröffentlichung angehen. Solche groben Marken nehmen dir den Druck, weil du nicht mehr an das große Ganze denkst, sondern immer nur an die nächste Etappe.
Sei dabei freundlich zu dir. Das Leben kommt dazwischen, und ein verschobener Termin ist kein Scheitern, sondern ganz normal. Wichtig ist nur, dass du überhaupt eine Richtung hast, auf die du zugehst, denn genau darauf baut alles Weitere auf.
Nimm dir einen Kalender und trag einen Wunschtermin für dein fertiges Buch ein. Danach setzt du zwei oder drei grobe Zwischenetappen davor. Mehr braucht es für den Anfang wirklich nicht.
Deinen Zieltermin und deine Etappen hältst du in deinen Zielen fest, und deine Wochen behältst du im Kalender im Blick.
- Bis wann möchtest du dein Buch fertig in den Händen halten, und was würde dieser Moment für dich bedeuten?
- Welche zwei oder drei groben Etappen liegen auf dem Weg dorthin?
- Was könnte dich unterwegs bremsen, und wie kannst du jetzt schon dafür sorgen, dass du trotzdem dranbleibst?
Das war dein Auftakt
Du hast dein Warum gefunden, deinen Autor-Typ kennengelernt, dein Ziel geklärt, den ganzen Weg gesehen und dir einen ersten Fahrplan gemacht. Damit steht dein Fundament, und auf diesem Fundament kann jetzt alles Weitere wachsen.
Und noch etwas, bevor es richtig losgeht. Diesen Weg musst du nicht allein gehen. Eine Gemeinschaft, die mitschreibt, trägt dich an schweren Tagen. Wenn du magst, trag dich für unsere Community ein, oder such dir anderswo eine Schreibgruppe, die zu dir passt.
Solange du nicht angemeldet bist, ist Phase 0 eine Kostprobe. Deine Antworten werden noch nicht gespeichert. Sobald du dir deine Schreibwelt zu eigen machst, öffnen sich die weiteren Phasen, dein Fortschritt bleibt erhalten und deine Werkzeuge laufen mit.
