Preis & Vertrieb
Phase 7Womit du Geld verdienst. In diesem Workshop findest du deinen Preis und verstehst, wie Direktverkauf, Buchhandel, Rabatte und Remission zusammenspielen.
Preisfestsetzung und Kalkulation
Bevor du einen Preis nennst, lohnt sich eine kleine Rechnung, damit der Preis kein Bauchgefühl bleibt.
Für eine ehrliche Kalkulation solltest du wissen, was ein Exemplar in der Herstellung kostet, also der Druck oder der Anteil, den eine Plattform einbehält, und was der Handel und der Vertrieb davon nehmen. Buchhandlungen erwarten einen Rabatt, oft zwischen dreißig und fünfzig Prozent, und ein Zwischenhändler nimmt ebenfalls seinen Teil. Was am Ende übrig bleibt, ist dein Ertrag pro Buch.
Am besten rechnest du rückwärts. Du schaust, was du verdienen möchtest und was der Markt hergibt, und findest so einen Preis, der zu dir und zu deinem Buch passt. Für den Druckanteil hilft dir der Kosten Check in deiner Schreibwelt.
Rechne für dein Buch einmal grob durch, was ein Exemplar in der Herstellung kostet und was Handel und Vertrieb davon nehmen. Erst dann weißt du, was bei dir bleibt.
- Kennst du deine Herstellkosten pro Exemplar?
- Was bleibt dir nach Produktion und Handelsspanne?
- Welchen Ertrag brauchst du, damit sich dein Buch für dich lohnt?
Der optimale Preis
Der richtige Preis liegt zwischen dem, was der Markt erwartet, und dem, was du verdienen möchtest.
Am besten schaust du dir die Preise vergleichbarer Bücher in deinem Genre an, denn daraus ergibt sich eine Spanne, in der sich dein Buch bewegen sollte. Ein zu niedriger Preis kann den Eindruck erwecken, dein Buch sei wenig wert, ein zu hoher schreckt ab. Für das E-Book liegt der Preis in der Regel deutlich unter dem gedruckten Buch.
Einen magischen Preis gibt es nicht, es ist immer eine bewusste Entscheidung innerhalb der Buchpreisbindung. Wichtig ist, dass der Preis zum Wert deines Buches und zu deiner Zielgruppe passt und dir zugleich einen fairen Ertrag lässt.
Schau dir die Preise deiner Vergleichstitel an und finde die Spanne, in der sich dein Buch bewegen sollte, ohne zu billig oder zu teuer zu wirken.
- In welcher Preisspanne liegen vergleichbare Bücher?
- Welcher Preis passt zu Wert und Zielgruppe deines Buches?
- Wie hoch setzt du den Preis für das E-Book?
Buchpreisbindung anwenden
Aus der Pflicht aus Phase 6 wird hier gelebte Praxis.
Du legst deinen festen Preis fest, und dieser Preis gilt dann überall gleich, im Buchhandel, in den Online-Shops und in deinem eigenen Shop. Ändern kannst du ihn nur unter bestimmten Bedingungen, deshalb lohnt es sich, ihn von Anfang an gut zu überlegen. Wichtig ist, dass du ihn überall einheitlich hinterlegst, auf dem Buch, in den Metadaten und dort, wo du selbst verkaufst.
Freie Rabattaktionen sind nicht erlaubt, es gibt nur wenige geregelte Ausnahmen. Wenn du das im Kopf behältst, ersparst du dir Ärger und schaffst für deine Leser einen klaren, verlässlichen Preis.
Leg deinen festen Preis bewusst fest und trag ihn überall gleich ein, im Buch, in den Metadaten und in deinem Shop. Ein einheitlicher Preis ist Pflicht und schafft Klarheit.
- Steht dein fester Preis, und ist er überall gleich hinterlegt?
- Weißt du, wann und wie du ihn ändern dürftest?
- Welche Fragen zur Preisbindung sind noch offen?
Vertriebswege
Es gibt mehrere Wege, auf denen dein Buch zu deinen Lesern kommt, und du musst nicht alle gehen.
Die wichtigsten Wege sind die Online-Shops wie Amazon und andere, der stationäre Buchhandel über das VLB und die Zwischenhändler, dein eigener Direktverkauf und der Verkauf bei Veranstaltungen. Jeder Weg hat eine andere Reichweite, eine andere Marge und einen anderen Aufwand. Welche Wege dir offenstehen, hängt auch von der Entscheidung ab, die du in Phase 5 getroffen hast.
Für die meisten ist eine Mischung sinnvoll, zum Beispiel online für die Reichweite und der Direktverkauf für die Marge und den Kontakt. Wichtig ist, dass du dort präsent bist, wo deine Zielgruppe wirklich unterwegs ist.
Überleg, über welche Wege dein Buch verkauft werden soll, online, im Buchhandel, direkt von dir oder bei Veranstaltungen, und welche Mischung zu dir passt.
- Über welche Wege möchtest du dein Buch verkaufen?
- Wo erreichst du deine Zielgruppe am besten?
- Welche Wege bringen dir die beste Marge bei vertretbarem Aufwand?
Direktverkauf und eigener Shop
Beim Direktverkauf bleibt dir die größte Marge, weil kein Händler mitverdient.
Wenn du dein Buch direkt verkaufst, über deinen eigenen Shop, deine Website oder bei Veranstaltungen, behältst du den größten Anteil und zugleich den direkten Draht zu deinen Lesern. Ein eigener Buch-Shop wie euer buecher.store ist genau dafür da. Der Preis dafür ist, dass du dich selbst um Bezahlung, Versand und Kundenkontakt kümmerst.
Gerade für treue Leser, für signierte Exemplare oder kleine Bündel ist der Direktverkauf wunderbar, und er lässt sich gut mit den reichweitenstarken Wegen kombinieren. So bekommst du beides, Nähe und Sichtbarkeit.
Denk darüber nach, dein Buch auch direkt zu verkaufen, zum Beispiel über euren buecher.store. Dort bleibt dir die größte Marge, und du hast den Kontakt zu deinen Lesern selbst in der Hand.
- Möchtest du dein Buch auch direkt verkaufen?
- Wie wichtig ist dir die höhere Marge und der direkte Draht zu deinen Lesern?
- Was traust du dir bei Versand und Abwicklung zu?
Buchhandlungen beliefern
Damit dein Buch in Buchhandlungen liegt, braucht es mehr als nur eine ISBN.
Dein Buch muss bestellbar sein, also über das VLB und deine ISBN, und am besten über ein Barsortiment lieferbar, das die Buchhandlungen beliefert. Buchhandlungen erwarten einen Handelsrabatt, oft zwischen dreißig und fünfzig Prozent, und häufig auch das Recht, unverkaufte Bücher zurückzugeben. Wichtig ist der Unterschied zwischen gelistet und wirklich vorrätig, denn bestellbar zu sein heißt noch nicht, im Regal zu stehen.
Deine lokale Buchhandlung ist oft ein guter erster Schritt, denn viele nehmen ein Buch aus der Region gern in Kommission. Ein persönliches Gespräch wirkt hier mehr als jeder anonyme Weg.
Wenn du in den stationären Buchhandel möchtest, klär, ob dein Buch über ein Barsortiment lieferbar ist und welchen Rabatt Buchhandlungen erwarten. Sprich am besten auch deine lokale Buchhandlung persönlich an.
- Wie wichtig ist dir der Verkauf im stationären Buchhandel?
- Bist du bereit, den üblichen Handelsrabatt zu geben?
- Welche Buchhandlung könntest du persönlich ansprechen?
Remissionsrecht
Im Buchhandel dürfen unverkaufte Bücher oft wieder zurückgegeben werden, das nennt man Remission.
Das bedeutet, dass Buchhandlungen und der Handel Bücher, die sich nicht verkaufen, innerhalb bestimmter Bedingungen an dich zurückgeben können, und du erstattest den Betrag. Für dich heißt das, dass du unter Umständen Bücher zurückbekommst, und das solltest du in deiner Kalkulation mitdenken, damit es dich finanziell nicht überrascht.
Je nach Vertriebsmodell fällt das unterschiedlich aus, und manche Wege im Print-on-Demand vermeiden die Remission ganz, weil erst bei Bestellung gedruckt wird. Es lohnt sich also, für deinen konkreten Weg zu prüfen, ob und wie das Remissionsrecht für dich gilt.
Mach dir bewusst, dass Buchhandlungen unverkaufte Bücher oft zurückgeben dürfen. Prüf bei deinem Vertriebsmodell, ob und wie das für dich gilt.
- Weißt du, ob in deinem Vertriebsweg ein Remissionsrecht gilt?
- Wie gehst du mit möglichen Rückgaben um?
- Was bedeutet das für deine Kalkulation?
Verkauf bei Lesungen und Events
Der Verkauf von Angesicht zu Angesicht ist direkt, bringt eine gute Marge und schafft Verbindung.
Bei Lesungen, auf Messen, Märkten oder in Workshops verkaufst du dein Buch unmittelbar an Menschen, die dir gerade begegnet sind, und genau diese Nähe wirkt. Menschen kaufen gern bei einer Autorin, die sie erlebt haben, du kannst Exemplare signieren, Kontakte sammeln und Rückmeldungen bekommen. Denk dabei unbedingt an deine Newsletter-Liste, denn hier wächst sie besonders leicht.
Nimm ein paar Exemplare mit, sorge für eine einfache Bezahlmöglichkeit und etwas Material zum Mitnehmen. Solche Begegnungen sind zugleich der Übergang zur Sichtbarkeit, um die es in der nächsten Phase geht.
Plane bei deiner nächsten Gelegenheit, ob Lesung oder Markt, ein paar Exemplare zum Direktverkauf ein, und nimm gleich eine einfache Bezahlmöglichkeit und deine Newsletter-Liste mit.
- Bei welchen Gelegenheiten könntest du dein Buch persönlich verkaufen?
- Wie machst du den Verkauf vor Ort einfach?
- Wie nutzt du solche Begegnungen, um Kontakte zu sammeln?
Dein Buch kann sich tragen
Du weißt jetzt, wie du deinen Preis kalkulierst und festlegst, wie die Buchpreisbindung praktisch wirkt und über welche Wege dein Buch verkauft wird, vom eigenen Shop über den Buchhandel bis zum Verkauf bei Lesungen. Damit steht die Grundlage, mit deinem Buch auch etwas zu verdienen.
In Phase 8 geht es um Sichtbarkeit und Marketing, also darum, dass dein Buch überhaupt gefunden wird und seine Leser findet.
